Wix, Jimdo oder Profi-Website? Der ehrliche Vergleich für kleine Betriebe

Baukästen sind billig und schnell — und für manche Betriebe genau richtig. Für andere sind sie die teuerste Variante. Woran Sie erkennen, in welcher Gruppe Sie stecken, ohne erst 1.000 € Lehrgeld zu zahlen.

28. Juli 20268 min Lesezeit735 Wörter

Die Frage stellt sich fast jeder Betrieb einmal

Eine Website kostet beim Baukasten 15 € im Monat und beim Dienstleister ein paar Tausend Euro einmalig. Wer da nicht kurz überlegt, ob der Baukasten reicht, rechnet nicht ordentlich.

Deshalb gleich vorweg: Für manche Betriebe reicht ein Baukasten wirklich. Wer Ihnen etwas anderes erzählt, verkauft. Die interessantere Frage ist, woran Sie merken, dass Sie nicht zu dieser Gruppe gehören.

Wo Baukästen tatsächlich gut sind

  • Sie brauchen nur eine digitale Visitenkarte. Name, Leistungen, Öffnungszeiten, Telefonnummer. Fertig.
  • Sie haben Zeit und Lust, es selbst zu machen. Realistisch zwei bis drei Wochenenden für ein anständiges Ergebnis.
  • Sie testen ein Geschäftsmodell. Solange nicht feststeht, ob die Sache läuft, ist jede große Investition falsch.
  • Ihr Wettbewerb im Ort ist digital genauso schwach. Wenn niemand in Ihrer Branche vor Ort eine gute Seite hat, reicht eine mittelmäßige, um vorne zu sein.

In diesen Fällen: nehmen Sie den Baukasten. Ehrlich.

Wo Baukästen teuer werden

1. Ihre Zeit ist der eigentliche Preis

15 € im Monat klingen nach nichts. Nur: Wer die Seite baut, sind Sie. Zwei Wochenenden plus jede spätere Änderung. Wenn Ihre Arbeitsstunde 60 € wert ist, haben Sie nach 25 Stunden Bastelei mehr investiert als ein One-Pager gekostet hätte — und stehen mit einer Seite da, die aussieht wie zehntausend andere.

2. Tempo und Handy-Tauglichkeit

Baukasten-Vorlagen schleppen viel mit, was Ihre Seite nicht braucht: Effekte, Skripte, Schriftarten von überall. Das kostet Ladezeit, und Ladezeit kostet Besucher. Google bewertet außerdem die Handy-Version Ihrer Seite als Grundlage für alle Rankings — auch für Suchen am Desktop. Details dazu im Beitrag Schneller, mobil, gefunden.

3. Sie kommen nicht an die Stellschrauben

Sobald Sie etwas wollen, das die Vorlage nicht vorsieht — eine Terminbuchung, die zu Ihrem Ablauf passt, ein Formular mit Ihren Feldern, eine saubere Datenstruktur für Google —, endet die Reise. Entweder Sie leben mit der Standardlösung, oder Sie buchen ein Plugin dazu, oder Sie kaufen ein teureres Paket. Meist alles drei.

4. Barrierefreiheit ist seit 2025 kein Hobby mehr

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz betrifft mehr Betriebe, als die meisten denken — vor allem alle, die online verkaufen oder buchen lassen. Bei fertigen Vorlagen haben Sie darauf praktisch keinen Einfluss. Wen es genau trifft, steht im BFSG-Check.

5. Der Umzug später kostet doppelt

Baukasten-Inhalte lassen sich schlecht mitnehmen. Wer nach drei Jahren wechselt, baut in der Regel alles neu — plus dem Risiko, mühsam aufgebaute Google-Positionen zu verlieren, wenn die Weiterleitungen nicht sauber gesetzt werden.

Die ehrliche Gegenüberstellung

BaukastenIndividuell gebaut
Startkosten0 – 200 €ab 690 € (One-Pager)
Laufend15 – 40 € / Monat15 – 60 € / Monat
Ihr Zeitaufwandhoch, dauerhafteinmalig Inhalte liefern
Ladezeitmittel bis schlechtdirekt steuerbar
Eigene Funktionennur was vorgesehen istfrei
Ihre Daten & Domainbeim Anbieterbei Ihnen
Umzug späterteuerjederzeit möglich

Der Test, der die Frage beantwortet

Beantworten Sie drei Fragen ehrlich:

  1. Soll die Seite etwas tun — Termine annehmen, Anfragen qualifizieren, Bestellungen entgegennehmen — oder nur informieren?
  2. Wie viel ist Ihnen ein neuer Kunde wert? Bei 2.000 € Auftragswert rechnet sich fast jede Investition. Bei 30 € Warenkorb sieht die Rechnung anders aus.
  3. Wollen Sie das selbst pflegen? Nicht: können Sie. Sondern: wollen Sie, dauerhaft, neben dem Tagesgeschäft.

Zweimal „nur informieren, kleiner Warenkorb, mache ich selbst" → Baukasten. Sobald einmal „die Seite soll etwas tun" dabei ist, sparen Sie mit dem Baukasten am falschen Ende.

Schauen statt spekulieren

Der Unterschied ist schwer zu beschreiben und leicht zu sehen. Unter Beispielseiten nach Branche liegen fertige Seiten mit laufender Terminbuchung und Assistent — zum Beispiel für Friseure oder KFZ-Werkstätten. Klicken Sie sich durch, buchen Sie einen Testtermin, stellen Sie dem Assistenten eine Frage. Danach wissen Sie besser als nach jedem Vergleichsartikel, was Sie brauchen.

Was so eine Seite konkret kostet, steht in Was kostet eine Website 2026?. Und wenn Sie unsicher sind, welche Variante zu Ihrem Betrieb passt: Fragen Sie mich — wenn der Baukasten für Sie reicht, sage ich Ihnen das auch.

In Praxis

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